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"Mein Gospel Liederbuch" von Martin Bartelworth |
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Gebloggt von Arjan
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Freitag, 5. November 2010 |
Neulich überraschte mich ein kleines Päckchen vom "Gütersloher Verlagshaus" mit Noten und die Bitte um Besprechung. Der Titel "Mein Gospel Liederbuch" machte mich neugierig und so komme ich dieser Anfrage nach. Vor mir lag nun eine Art "Mundorgel" mit einem bunten Mix von "Gospel-, Praise- und Worship-Songs für Gospelchor, Gemeinde und zu Hause".
Der Herausgeber von "Mein Gospel Liederbuch" ist ausnahmsweise kein Gospelmusiker sondern der flippige Gospel-Entertainer und Diakon Martin Bartelworth. Da die von ihm mit Kreativität geleitete Creative Kirche bei Gospel-Großevents mit einem relativ festen Stamm von Gospelkünstlern zusammenarbeitet, erwartete ich nun seine persönliche Best-Of-Sammlung aus diesen Kooperationen. Gelegentliche Komponisten-Abstecher sowie zahlreiche überlieferte Songs konnte ich beim Durchblättern dann doch mindestens Dank dem konzeptionellen Genre-Mix entdecken.
Die meisten Songs, Arrangements und Übersetzungen in Martins Sammlung steuerten Hans Christian Jochimsen, Tore W. Aas (Oslo Gospel Choir) und Ruthild Wilson/Helmut Jost bei. Schön, das die fleißigen Arrangeure Peter Hamburger und Jeff Guillen alias Stephan Zebe sowie der absolute Experte für Gospel-Gemeindegesang Joachim Dierks jeweilis einige Titel beisteuerten. Ebenso freuten mich Songs u. a. von Niko Schlenker, Danny Plett und Tyndale Thomas. Vermisst habe ich die christlichen Ohrwürmer von z. B. Hanjo Gäbler, Pit Mumssen, Eric Bond, Niels Schröder oder Chris Lass. Somit sehe ich direkt Potential für einen zweiten offeneren Band. Wichtig ist dieses auch als Maßnahme für das sich immer stärker angleichende sowie wenig individuelle Repertoire der Gospelchöre unserer Szene - ein von vielen Seiten bestätigter Eindruck der Gospelkirchentage in Hannover und Karlsruhe.
Im Vorwort fasste Martin Bartelworth zusammen: "Wenn Gospelmusik Medizin für die Seele ist, dann ist 'Mein Gospel Liederbuch' eine ganze Apotheke". Im Detail erklärte er die verschiedenen Hintergründe und positiven Auswirkungen der (Gospel-)musik und wie diese mit dem Glauben kombiniert wird. Besonders wichtig für diese Sammlung war ihm der Verzicht auf die Trennung zwischen Stilrichtungen. So hat er traditionelle, afrikanische und moderne Gospelsongs sowie Worship- und Popsongs zusammengetragen. Wer Gospelmusik aus den Gospel Shows kennt, findet in Deutschland bekannte Spirituals von "Go Down, Moses" bis "When the saints go marching in". Mit "Ich lobe meinen Gott von ganzem Herzen", "Großer Gott, wir loben dich" und "Komm sag es allen weiter" erhalten selbst die Hits aus den klassischen Gottesdiensten eine Chance in diesem Werk. Afrikanische Lieder dürfen mit Hits wie "Sanna, sannanina", "Siyahamba" und die Hymne "Nkosis sikele' iAfrika" gesungen werden. Da in deutschen Gospelchören wahrscheinlich mehr als 50 % Worship gesungen wird und dieses Genre auch für den Gemeindegesang besonders geeignet ist, bekommt es u. a. durch Titel aus dem Repertoire des Oslo Gospel Choir eine gesonderte Beachtung.
Ein herrlicher Worship-Song ist "Alpha and Omega", jener Titel der direkt mit Israel Houghton & New Breed in Verbindung gebracht wird. Doch wieso fehlen hier die Angaben zum Texter und Komponisten Erasmus Mutanbira? Stattdessen soll der Song traditionell sein. Scheint so, als ob Erasmus Mutanbira hier um den Lohn seiner Arbeit gebracht wurde. Zumindest Ruthild Wilson und Heinz-Helmut Jost-Naujoks wurden für ihre deutsche Übersetzung und Bearbeitung bedacht. Als grundsätzlicher Komponisten-Unterstützer hätte ich dieses Gospel-Liederbuch durch diese unvollständige Angaben direkt wieder zugeklappt, denn ich kenne die Reaktionen übergangener Komponisten. Ich stieß auf ein weiteres Opfer unvollständiger Angaben: Der angeblich überlieferte Song "Hallelujah, Salvation and Glory", welcher in Europa besonders durch die Joybells bekannt wurde, heißt eigentlich "Revelation 19:1" und wurde von A. Jeffery LaValley komponiert. Ärgern würde sich auch Edwin Hawkins über die Veröffentlichung von "Oh Happy Day". Da hilft es nur wenig, wenn die Genehmigung der Druckrechte von zwei Verlagen erwähnt wurde - der Komponist leider erneut nicht! Für diese Veröffentlichung ist es eher unwesentlich aber nett zu wissen, dass der Text von "O Happy Day, That Fixed My Choice", einer alten Hymne aus dem Jahr 1854 von Edward Francis Rimbault, abgeleitet wurde.
Etwas schmunzeln musste ich bei einigen Bearbeitungen von amerikanischen Gospelsongs: "My life is in your hands" von Kirk Franklin wurde extra für den hiesigen "Hausgebrauch" auch für Laienmusiker rhythmisch und harmonisch sowie sing- und spielbar dezent angepasst bzw. vereinfacht. Das ist gut so und ich bin mir zudem sicher, dass sich eingefleischte Gospelsänger von diesen Noten lösen und automatisch der Originalversion nacheifern. Ein weiterer Vorteil ist die bessere Spielbarkeit für Solo- und Harmonie-Instrumente. Für die chorisch motivierten Sänger finden sich in "Mein Gospel Liederbuch" auch zahlreiche Chorsätze. Diese wurden meist einfach gesetzt und sind mit etwas Geschick vom Blatt singbar.
Die alphabetisch sortierte Sammlung endet beim Buchstaben 'Y' u. a. mit dem fetzigen Song "You are good" von Israel Houghton. Einen Kompromiss müssen wir hier jedoch hinnehmen: Der Song wurde womöglich aus rechtlichen Gründen nahezu 1:1 übernommen und enthält daher auch eine unkommentierte 8-Takte-Pause als Intro und Zwischenspiel. Dieses ist das Schicksal von einem Stimmauszug aus einer Partitur. Wer den Song nicht kennt, wird hier verwundert stolpern oder sich kreativ einen passenden Akkord für einen Groove-Teil suchen.
Meine Besprechung schließe ich mit der Empfehlung für den Segen und Abschluss einer Gospel-Session: Legt alle eure Gebete mit Hingabe in den musikalischen Leckerbissen "Till we meet again" von Kirk Franklin. Besitzern dieser Liedersammlung wünsche viel Freude bei den unterschiedlichsten Anlässen. "May his peace be with you till we meet again!"
Arjan Leuschner
Martin Bartelworth (Hrsg.) Mein Gospel-Liederbuch
Gospel-, Praise- und Worship-Songs für Gospelchor, Gemeinde und zu Hause
224 Seiten Paperback, Broschur Format: 13,5 cm x 21,5 cm ISBN: 978-3-579-05927-3
Erhältlich z. B. bei Amazon für 12,95 EUR |
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