Reformationstag wächst mit Halloween E-Mail
Gebloggt von Arjan   
Samstag, 1. November 2008
ImageHALLOweenLUTHER - etwas mit Buchstaben gespielt bekommen wir schnell den Slogan, der Halloween nicht Süßes aber Saures geben soll: HALLO LUTHER. Hat nicht nur der Reformationstag einen christlichen Hintergrund? Wie entwickelt sich der Reformationstag in Deutschland? Diesen Themen versuchte ich auf den Grund zu gehen.

Jahr für Jahr wächst der Druck auf den ohnehin schon gering geschätzt wie wahrgenommenen Reformationstag durch Halloween, das meist ohne Hintergrundwissen durch offensives Marketing gefeiert wird. Doch genau jenes von der Karnevals- und Verkleidungs-Industrie in den Vordergrund gerückte Fest stärkt vielen Protestanten das Selbstbewusstsein. Unser Einfallssreichtum steigt und nun wird sogar diskutiert, diesen Tag zum bundesweiten Feiertag zu ernennen. Wie sieht der diesjährige Reformationstag in der Presse aus? Für euch habe ich einige Schlagzeilen und Infos zusammengetragen.

idea.de schreibt wie im selbsterklärenden Titel angedeutet: "Was die reformatorische Botschaft bedeutet" und kritisiert die taggleiche Konkurrentz-Party: "Halloween ist so hohl wie Kürbisköpfe": "Bei mehr als 350 "Churchnight"-Veranstaltungen (Kirchennächte) im Württemberg gibt es beispielsweise stimmungsvoll illuminierte Kirchen, Fackelwanderungen, Gospel- und Rockkonzerte, Filmabende, Luther-Rätsel und interaktive Gottesdienste. Die Veranstaltungen sind zugleich eine evangelische Antwort auf das zunehmende Halloween-Spektakel. Dessen kommerzielle Absichten machten dieses Fest „so hohl wie die Kürbisköpfe, die es schmücken sollen“, sagte der württembergische Landesbischof Frank Otfried July (Stuttgart) der Deutschen Presseagentur." (Quelle: idea.de)

Dagegen wird der Ursprung von Halloween, das Samhain-Fest, auf Wikipedia u. a. wie folgt beschrieben:
"Das Samhain-Fest symbolisiert den Beginn des dunklen Halbjahres. An diesem Tag – so glaubten die Kelten – sei die Grenze zwischen den Welten offen, wie auch an Beltane. Aus diesem Grund nahm man an, dass die verstorbenen Ahnen in dieser Nacht auf der Erde wandeln, um ihre Verwandten zu besuchen. Um ihnen den Weg zu leiten, stellte man Lichter in den Fenstern auf. Andere Interpretationen (z.B. Ellis) sagen, dass sich die Geister der Verstorbenen an den Lebenden rächen wollen und Unheil bringen. Deswegen war es wichtig sich zu verkleiden, um einerseits von den Geistern nicht erkannt zu werden oder sie andererseits selbst zu erschrecken." (Quelle: Wikipedia.de)

Man müsste sich über das Recht zum Feiern an diesem Tag letztendlich streiten: Wie uns ebenfalls Wikipedia lehrt, wurde der Reformationstag einst auch an anderen Tagen gefeiert:

"Bereits im Reformationsjahrhundert finden sich vereinzelte Jahresfeiern. Zunächst wurden auch der 10. November oder der 18. Februar (Luthers Geburts- bzw. Todestag) als Gedenktage gefeiert; zudem galt der 25. Juni als Tag der Augsburger Konfession als Festtag. Kurfürst Johann Georg II. von Sachsen setzte 1667 den 31. Oktober an, welcher sich dann in den meisten Ländern durchsetzte." (Quelle: Wikipedia.de)

Doch hält eindeutig der 31. Oktober 1517 dagegen, an welchem Luther in Wittenberg die 95 Thesen anschlug. Somit eher ein Konflikt zwischen Allerheiligen und jenen Thesen.

Selbstverständlich können Christen dem Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Bischof Wolfgang Huber, zustimmen. Er zieht "Hallo Luther" dem "Halloween" vor und befürwortet sogar den bundesweiten Feiertag wie auf focus.de berichtet wird.

"ChurchNights" contra Halloween - so beschreibt SWR.de die unzähligen Aktionen rund um Stuttgart.

Aus Erfurt auf TLZ.de wird neben der Beschreibung, dass auch Halloween einen christlichen Ursprung hat, folgendes empfohlen: "Und wenn die Welt voll Teufel wär und wollt uns gar verschlingen, so fürchten wir uns nicht so sehr, es soll uns doch gelingen." Am Reformationstag kann man Luthers Hoffnungslied ruhig mal wieder singen. Wozu haben wir die Feiertage! Der Kürbis schadet nicht, wenn Sie ihm ein richtiges Licht aufsetzen. (Quelle: TLZ.de)

Ich selbst erinnere mich noch lebhaft an die große Party vor 2 Jahren (siehe unten), wo ich zusammen mit meinem Gospelchor beeindruckend viele Kinder und Jugendliche zur großen Reformationsparty mit Gospelworkshop und -konzert, Süßigkeiten-All-You-Can-Eat und weiteren Aktionen in die Kirche willkommen heißen durfte. Sie verzichteten damit zeitgleich darauf, im Gruseloutfit durch das Dorf zu ziehen. Zum Ausgleich bekamen sie vom Jugendrotekreuz täuschend echte Wunden geschminkt.

So lasst uns weiter beten, dass unser Reformationstag wieder eine höhere Wahrnehmung erhält und dass Halloween-Partygänger sich ihres kürbishohlen Festes bewusst werden. Gibt es bei euch bereits Ideen für den nächsten Reformationstag bzw. "Hallo Luther 2009"?

-Arjan


Flyer-Frontseite zum Reformationstag 2006 in Danndorf (Nähe Wolfsburg)
 
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