Rückkehrökumene mal umgekehrt - Gospel nur noch für Protestanten erlaubt?
Gebloggt von Arjan
Dienstag, 27. November 2007
Wenn es nach dem Papst ginge, dann soll es in Zukunft nur noch Bach und Gregorianik in seinen katholischen Kirchen geben. Also müssten sich demnach neben uns Europäern auch die Afrikaner, Asiaten, Australier sowie Süd- und Nord-Amerikaner von ihrer volkstümlich oder modernen Art der gotteslobenden Musik lösen. Konsequenterweise sollten sich dann die Katholiken von ihren großen Sammlungen Sakropop und der weiteren modernen Musik trennen. Ebenso müssten sie neben Gitarre, Saxophon und Schlagzeug auf z. B. Orgel sowie altertümlichen Gesang umsteigen. Versteht mich bitte nicht falsch: Auch die vom Papst erwähnte Musik hat seinen Platz in meiner CD-Sammlung! Was taz.de allerdings mit dem Artikel "Der Papst stellt den Pop ab" berichtet, lässt jegliche Toleranz mit ihm schwinden.
God said: "Let there be song!" And BANG there was Gospel. - so sagt es zumindest der Slogan von Gospelszene.de und ich bin mir sicher, dass Gott diesen Ausruf mit einem Schmunzeln anerkennt. Jesus würde in heutiger Zeit sicherlich die Charts mit Contemporary Black Gospel stürmen. Johann Sebastian Bach wäre dann vielleicht SEIN MANN an der Hammond!
Wie ich mich erinnere, sind Verhaltensweisen dieser Art von Kirk Franklin als Grund genannt, nicht der Kirche wegen sondern ALLEIN aus Liebe zu Jesus und Gott seinen Weg zu gehen wie er ihn geht. Und darum tritt er besonders gerne auch außerhalb einer Kirche auf - in Konzerthallen auf der ganzen Welt und stets mit modernster Stilistik und Interpretation. Und die Gegenwart von Gott habe ich ebenfalls schon häufig gespürt, selbst wenn ich als Trompeter diverse Kirchenmauern schon häufig mit modernstem Jazz versucht habe wackeln zu lassen.
Im Artikel von taz.de heißt es hingegen provokativ, dass nach dem Alten Testament nicht mal für Bach oder polyphone Choräle Platz sei: "Und ich will dem Getön deiner Lieder ein Ende machen, und den Klang deiner Harfen soll man nicht mehr hören" (Hesekiel 26,13).
Letztendlich mein Fazit: Gegen Gottes Liebe (auch) zu Gospelmusikern kann selbst der Papst nichts ausrichten.