Ein Konzert der Extraklasse mit einem Mix aus traditioneller Folklore und westlich orientierten Gospels lieferte der Soweto Gospel Choir vergangenen Samstag im New Theatre in Oxford.
Die frisch gebackenen Grammy-Gewinner eröffneten ihr Konzert mit einem Block von Gesängen aus den Slums aus Sowetos Vorstädten und ließen dabei gewisse Parallelen zu Chören aus Windhoek, Namibia, aufblinken. Ihre Einheit in der Bewegung, sowie auch einzelne Tanzeinlagen, die zwar etwas flapsig wirkten und vermutlich auch wirken sollten, trotzdem aber auf den Punkt kamen, beeindruckten das raunende Publikum. Die etwas härtere Intonation, wie man sie von Afrikanern her kennt, machte den African Gospel authentisch, der mit europäischen Chören nicht in dem Maße durchzuführen ist.
Das Programm wechselte auf mit Band begleitete Gospels. Dies war erst gewöhnungsbedürftig, da das Optische, die afrikanisch bestickten Roben, so gar nicht zur Bandmusik passte, doch war es nur eine Frage der Zeit, da sich dies ausglich. Schlagzeug, Keyboard und Bass spielten Grooves und Pattern, wie wir sie auch in den Konzerten verwenden, lediglich der Gitarrist sorgte für den afrikanischen Touch. So wechselten die 26 Sängerinnen und Sänger gekonnt zwischen Balladen, poppigen und swingenden Stücken. Einzig das relativ tot gespielte „Amazing Grace“ hätten sie besser aus dem Programm genommen, da das überkünstelte Arrangement offensichtlich nicht Stil dieses Chores war. Der letzte Block begann mit Tänzen die zwei bis drei Sänger vor dem Chor zum Besten gaben. Sie wurden zwar vom Gesang begleitet, doch der rückte in den Hintergrund. Weiterhin wurde ein Tisch auf der Bühne mit Gläsern, Tellern und Besteck gedeckt. An diesen setzten sich drei Sänger, die mit ihrem Besteck quasi „Schlagzeug spielten“ und groovige, sich überlagernde Patterns entwickelten. Alles in allem war der Eintritt doch mit umgerechnet 27 Euro sehr hoch, doch sollte man diesen Chor mal gesehen haben.
Informationen über den Grammy-Gewinn des Chores: http://allafrica.com/stories/200802111070.html |